ETF-Monitor | Rekorde trotz schwelender Krisen
Krieg oder Frieden? Das Thema Iran haben die internationalen Börsen immer wieder abgehakt. Die Äußerungen von Präsident Donald Trump bewegen die Kurse kaum noch. Anders ist es mit KI – der künstlichen Intelligenz. Sie ist der Treiber für alle Märkte mit Schwerpunkt Technologie, nicht nur in den USA.
Diesmal schaltete der TecDAX in Deutschland den Turbo ein und setzte sich an die Spitze der Indizes, ein Plus von 12,5 Prozent. Ihm folgte der Nikkei 225 mit 11,9 Prozent. Dritter in der Spitzengruppe war wiederum der Nasdaq-100 mit 10,5 Prozent. Die Emerging Markets schüttelten alle Unsicherheit der ersten Monate des Jahres ab und setzten ihren Erholungskurs fort: 9,5 Prozent betrug das Plus im Mai. 5,1 Prozent ging es für den breiten S&P 500 nach oben. Erst danach folgte ziemlich mühsam Europa: 3,3 Prozent für den DAX, 2,9 Prozent für den EURO STOXX 50. Ein Minuszeichen gab es nur in China: 1,1 Prozent abwärts für den Shanghai Composite. Der pompöse Besuch von Donald Trump im Reich der Mitte ohne greifbare Deals beeindruckte die Märkte nicht.
- 3,171
- Die AuM der in Europa gehandelten ETPs erhöhten sich um 5,5 Prozent auf 3,171 Billionen Euro.
- 3.647
- Die Zahl der Produkte stieg leicht um 0,5 Prozent auf 3.647 Positionen.
Der Rohstoffhunger in der Weltwirtschaft, verschärft durch Exportbeschränkungen in China und Konflikte in Afrika, trieb den S&P Global Base Metal Index um 14,1 Prozent nach oben. Der Ölpreis dagegen gab kräftig nach, ein Minus von 19,3 Prozent. Darin spiegelten sich Hoffnungen wider, dass die USA mit dem Iran doch zu einem Deal kommen und sich die Straße von Hormus wieder öffnen könnte. Auch das Krisenmetall Gold schloss sich an, verbilligte sich aber nur um 1,7 Prozent. An der Währungsfront herrschte weitgehend Ruhe. Der US-Dollar konnte sich gegenüber dem Euro leicht um 0,6 Prozent verbessern.
Die Liste der in Europa gehandelten Exchange Traded Products (ETP), also Notes und Fonds, wurde von Kryptowährungen angeführt, die die Erholung probten und bis zu 60 Prozent zulegen konnten. Aber in der Spitzenregion tummelten sich auch viele Tech-Themen: Cyber-Security oder Raumfahrt. Hier machte sich schon der bevorstehende Börsengang von SpaceX positiv bemerkbar. Kursgewinne bis 40 Prozent wurden erreicht. Von den Ländern profitierte davon vor allem Korea. Entsprechende Fonds konnten bis zu 33 Prozent zulegen. Auch andere Technologiethemen wie Quantum Computing oder Blockchain wurden mitgezogen. Es gab Gewinne bis 25 Prozent.
Auf der Verliererseite litten Energiefonds. Hier machte sich der Rückgang der Ölpreise bemerkbar und führte zu Verlusten bis zu 14 Prozent. Auch einzelne ölproduzierende Länder wie zum Beispiel Indonesien mussten Federn lassen. 12,5 Prozent ging es abwärts.
Anlageklassen
Auch beim Nettomittelaufkommen, den Flows, dominierten die Aktien. Ihnen flossen im Mai rund 24,2 Milliarden Euro zu. Die Anleihen profitierten mit 9,9 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro gingen an die Rohstoffklasse. 1,8 Milliarden Nettomittel kamen dem Geldmarkt zugute.
- 2,358
- Aktien dominieren – ihr Volumen stieg um 6,7 Prozent auf nun 2,358 Billionen Euro.
- 529,7
- Ihnen folgten die Anleihen mit plus 2,6 Prozent auf 529,7 Milliarden Euro.
- 209,5
- Rohstoffe verzeichneten einen Rückgang um 0,2 Prozent auf aktuell 209,5 Milliarden Euro.
- 44,03
- Geldmarktprodukte steigerten ihre AuM um 4,4 Prozent auf 44,03 Milliarden Euro.
Nettomittelabflüsse
Verlierer waren nach kräftigem Zufluss zuvor die Schweizer Aktien, aus denen 1,2 Milliarden Euro abflossen. Auch kurzlaufende US-Anleihen verabschiedeten sich mit 632,6 Millionen Euro. Kursrenner im Mai waren Korea-Aktien, was aber offenbar auch viele dazu nutzten, Kasse zu machen. Ergebnis: minus 551,3 Millionen Euro. Euro-Standardaktien verloren 410,7 Millionen. Schließlich wurden deutlich weniger Hebelprodukte auf Aktien nachgefragt, was einen Rückgang von 286,9 Millionen bedeutete.
Nettomittelzuflüsse
Heruntergebrochen auf einzelne Anlagekategorien führten die globalen Aktien-Standardwerte die Gewinnerliste an, ein Plus von 12,3 Milliarden Euro. Für US-Standardaktien waren es rund fünf Milliarden. An dritter Stelle rangierten amerikanische Wachstumsaktien mit 2,2 Milliarden Euro. Technologieaktien profitierten mit 1,6 Milliarden. 1,4 Milliarden Euro waren es für Anleihen außerhalb der Standardindizes.
