ETF-Monitor | Europa hielt gegen den Abwärtstrend
Auch im Juli dominierte Vorsicht an den Märkten. Gewinnmitnahmen nach dem guten ersten Halbjahr nahmen zu. Der Iran-Krieg eskalierte erneut mit gegenseitigen Bombenangriffen. Die Ölpreise stiegen auf über 100 Dollar pro Fass.
So erwischte es die meisten Märkte mit deutlichen Verlusten. Auch der Nikkei, der im Juli noch mit dicken Gewinnen geglänzt hatte, drehte ins Minus und führte die Verlierer mit minus 8,1 Prozent an. Hier machten sich die zunehmenden Sorgen über die Schwäche des Yen bemerkbar. Der Shanghai Composite sackte um 6,4 Prozent ab. Die Emerging Markets verloren 3,3 Prozent. Die Schwäche der Tech-Werte dauerte an. Der Nasdaq Composite verlor 3,2 Prozent. Der breite S&P 500 dagegen verharrte wenig verändert bei minus 0,1 Prozent.
- 3,221
- Das Volumen der AuM verringerte sich leicht um 0,3 Prozent auf 3,221 Billionen Euro.
- 3.697
- Die Zahl der gehandelten Produkte ging um 0,2 Prozent zurück, auf 3.697.
Europa setzte sich leicht positiv ab. Der DAX schaffte sogar ein Plus von 2,5 Prozent, markierte neue Rekorde und nahm die Marke von 26.000 Punkten ins Visier. Das ist erstaunlich, weil der DAX die weltweit wirksamen Belastungsfaktoren ebenso zu verkraften hatte wie die anderen Indizes, besonders stark in der Autoindustrie. Aber Überflieger wie Siemens Energy, die dividendenstarke Allianz oder auch Bayer ohne Glyphosat-Belastung setzten diesmal positive Impulse. Das half auch dem EURO STOXX 50, der um 0,5 Prozent zulegen konnte.
Bei den Rohstoffen sah es meist mau aus. Der S&P Global Base Metals verlor 5,2 Prozent. Das Krisenmetall Gold stabilisierte sich mit einem Plus von 1,0 Prozent. Und der Ölpreis war, wie schon angedeutet, der absolute Gewinner. Kriegsbedingt legte er um 23,6 Prozent zu. Der US-Dollar neigte wieder gegenüber dem Euro zur Schwäche und verlor 0,9 Prozent.
In den in Europa gehandelten ETPs, Fonds und Notes, spiegelte sich vor allem die teure Energie wider. Entsprechende Produkte konnten bis zu 30 Prozent zulegen. Erstaunlich waren auch China-Fonds, die offenbar antizyklisch gesucht waren, während der Shanghai Composite kräftig verlor. Hier gab es Gewinne bis zwölf Prozent. Zehn Prozent Aufschlag gab es für Indonesien-Fonds.
Bei den Verlierern fielen vor allem Korea-ETFs auf, die zuvor exorbitant gestiegen waren. Minus 15 Prozent war die Reaktion. Auch spezialisierte Tech-Fonds litten kräftig. Für Themen wie Halbleiter, Quantum Computing oder Blockchain ging es ebenfalls um die 15 Prozent nach unten.
So machten die Assets unter Management (AuM) der in Europa gehandelten ETPs Pause bei den Rekorden. Das Volumen verringerte sich leicht um 0,3 Prozent auf 3,221 Billionen Euro. Auch die Zahl der Produkte ging etwas zurück, auf 3.697, 0,2 Prozent weniger als im Juni.
Anlageklassen
Die Volumina der einzelnen Anlageklassen veränderten sich kaum. Die Aktien verloren 0,6 Prozent auf 2,410 Billionen Euro. Die Anleihen legten um 0,3 Prozent zu und erreichten 547,7 Milliarden Euro. Dank der Ölpreise profitierten die Rohstoffe mit 1,5 Prozent auf 189,4 Milliarden Euro. Der Geldmarkt als beliebte Parkposition bekam einen Schub von 4,2 Prozent auf 46,7 Milliarden Euro.
- 34,2
- Die Aktien profitierten mit Zuflüssen von 34,2 Milliarden Euro.
- 8,9
- Für die Anleihen gab es 8,9 Milliarden Euro.
- 2,2
- Für die Rohstoffe blieben 2,2 Milliarden Euro mehr.
- 1,8
- Der Geldmarkt zog 1,8 Milliarden Euro frische Mittel an.
Nettomittelabflüsse
Verlierer waren Euro-Staatsanleihen mit 1,4 Milliarden Euro an Abflüssen. Aus globalen Anleihen, besichert mit US-Dollar, flossen 440,3 Millionen Euro ab. Japanische Standardaktien mussten auf 347,8 Millionen Euro verzichten. Für globale Unternehmensanleihen, wieder US-Dollar abgesichert, waren es 347,1 Millionen Euro. Fonds mit China-A-Aktien, also Titeln, die in Renminbi an den Börsen in Shanghai und Shenzhen gehandelt werden, verloren Flows von 286,4 Millionen Euro.
Nettomittelzuflüsse
Heruntergebrochen auf einzelne Anlagekategorien führten globale Standardaktien mit 7,3 Milliarden Euro die Gewinnerliste an. 2,5 Milliarden Euro waren es für globale Schwellenländer-Aktien. Für europäische Standardaktien gab es 1,9 Milliarden Euro. Aktien außerhalb der großen Indizes profitierten mit 1,8 Milliarden Euro. Angesichts der gestiegenen Zinsen waren Euro-High-Yield-Anleihen mit 1,3 Milliarden Euro Mittelzuflüssen gefragt.
