ETF-Monitor | Gold und Silber lieb ich sehr …
Ein deutsches Volkslied, entstanden 1830, könnte über dem Anlagejahr 2025 stehen. „Gold und Silber lieb ich sehr, kann es gut gebrauchen", heißt es dort. Und gebrauchen konnten es nicht nur private und institutionelle Anlegende, sondern vor allem Notenbanken, die sich mit dem Edelmetall absicherten. Der Goldpreis stieg so um 66,5 Prozent, der Silberpreis sogar um 163,5 Prozent. Ein gutes Zeichen? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Manche Analysten werten diese Entwicklung als Zeichen zunehmender Unsicherheit, die nichts Gutes verheißt. Allerdings glänzten auch andere Rohstoffe. Der S&P Global Base Metal stieg um 53,5 Prozent. Schlusslicht war der Ölpreis, der für die Sorte Brent um 16,8 Prozent zurückging, bedingt durch ein Überangebot trotz Sanktionen gegen russisches Öl.
- 2,714
- Neue Rekorde für die AuM – ein Plus von 24,7 % auf 2,714 Billionen Euro.
- 3.347
- Die Zahl der Exchange-Traded Products erhöhte sich um 18,9 % auf 3.347.
Unsicherheit gab es 2025 wirklich genug: diverse Kriege, Zolldrohungen, Handelskonflikte, Konjunkturschwäche. Aber die Aktienbörsen steckten dies bravourös weg und orientierten sich an der Revolution durch Künstliche Intelligenz sowie sinkenden Notenbankzinsen. Vielfach gab es sogar neue Rekorde. Am stärksten zogen die Emerging Markets an, die ein Plus von 30,1 Prozent verbuchten. Gefolgt wurden sie von Japans Nikkei mit 26,2 Prozent. Ganz oben glänzte auch der DAX, der 24,1 Prozent zulegte und das beste Ergebnis seit 2019 schaffte. Die Technologiewerte mit dem Nasdaq Composite schlossen sich mit 20,2 Prozent an. Dem EURO STOXX 50 gelangen respektable 19,0 Prozent, sogar besser als der S&P 500 mit 16,7 Prozent. Der Shanghai Composite musste sich mit 16,4 Prozent begnügen.
Wer die richtigen ETFs besaß, konnte so 2025 einen guten Schnitt machen, selbst ohne Hebel. Goldminen-ETFs verbesserten sich um fast 150 Prozent. Renner waren auch die europäischen Banken mit besseren Aussichten, was ihnen Gewinne bis 90 Prozent bescherte. Von den Länderfonds ragte Korea mit einem Plus bis 75 Prozent heraus. Aber auch solide Dividenden-Fonds, die oft als langweilig gelten, wie der EURO STOXX Select Dividend 30, konnte sich mit 43 Prozent Gewinn gut sehen lassen.
Die Verliererseite wurde von digitalen Assets dominiert, überwiegend sogenannte Kryptowährungen. Notes darauf gaben bis zu 90 Prozent nach. Klassische Rohstofffonds mit starken Ölanteil gingen ebenfalls in die Knie. Doch Verluste bis zu 23 Prozent klingen verglichen mit einigen Kryptowährungen vergleichsweise harmlos. Immerhin machte sich die Ölschwäche auch in Länderfonds bemerkbar. Der MSCI auf Saudi-Arabien sackte um rund 17 Prozent ab.
Anlageklassen
Rekordlaune auch bei den Flows, dem Nettomittelaufkommen. Für die Aktien gab es 2025 keinen einzigen Monat mit Rückflüssen. Die anderen Assetklassen verzeichneten einige Minusmonate, aber ein positives Jahresergebnis. So addierten sich die Flows für Aktien auf 246,2 Milliarden Euro. Für die Anleihen gab es 65,3 Milliarden. Rohstoffe verbuchten 11,1 Milliarden. Für den Geldmarkt waren es 12,2 Milliarden Euro.
- 1,959
- Das Volumen der Aktien stieg um 25,9 Prozent auf 1,959 Billionen Euro.
- 497,8
- Die Anleihen verbesserten sich um 12,8 Prozent auf aktuell 497,8 Milliarden Euro.
- 191,8
- Die Rohstoffe erhöhten ihre AuM um 57,9 Prozent auf 191,8 Milliarden Euro.
- 35,8
- Der Geldmarkt siegte prozentual, er steigerte sich um 91,1 Prozent auf 35,8 Milliarden Euro.
Nettomittelabflüsse
Die Verlierer führten Euro-Unternehmensanleihen an, die 461,6 Millionen Euro abgaben. US-Wachstumsaktien mussten auf 439,6 Millionen Euro verzichten. 431,4 Millionen weniger gab es für US-Small-Cap-Titel. Staatsanleihen auf das britische Pfund verloren 303,8 Millionen Euro. 248,7 Millionen Euro weniger waren es für langlaufende Euro-Anleihen.
Nettomittelzuflüsse
Wie stellt sich nun die Entwicklung einzelner Anlagekategorien im letzten Monat 2025 dar? Die Gewinnerliste führten Globale Standardaktien an, plus 5,4 Milliarden Euro. Es folgten Schwellenländeraktien mit 3,1 Milliarden Euro. Europäische Standardaktien erhielten 2,5 Milliarden Euro. Für US-Standardwerte gab es 1,4 Milliarden. Standardaktien der Eurozone wurden mit 1,2 Milliarden Euro bedacht.
