ETF-Monitor | Gewinnmitnahmen nach der Börsenrallye
Nachdem die internationalen Börsen im Mai Rekordstände feierten, überwog im Juni wieder Skepsis. Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran erwies sich als vage und wenig belastbar. Es kam zu erneuten Kampfhandlungen, die aber nur kurz waren. So nahm die Bereitschaft zu, Gewinne mitzunehmen, besonders im Tech-Sektor.
Am besten entwickelte sich der Nikkei 225, der ein Plus von 5,6 Prozent hinlegte, gefolgt von Europas Börsen mit 4,6 Prozent für den EURO STOXX 50. Während der Dow Jones noch 2,5 Prozent zulegte, korrigierte der Nasdaq Composite um 2,8 Prozent. Auch beim MSCI Emerging Markets hieß es nach der Rallye im Vormonat: Gewinne mitnehmen. Der Index verlor 1,7 Prozent.
- 3,204
- Erneuter Rekord für die AuM – sie erhöhten sich um 1,5 % auf 3,204 Bio. Euro.
- 3.621
- Die Zahl der gehandelten Produkte fiel leicht um 1,2 % auf aktuell 3.621.
Auch an den Rohstoffmärkten dominierte Zurückhaltung. Der Global Base Metal Index, der im Mai noch mit dicken Gewinnen glänzte, gab 10,2 Prozent ab. Der Ölpreis, der bereits nach den ersten Signalen eines Iran-USA-Abkommens deutlich nachgegeben hatte, fiel weiter, obwohl die Straße von Hormus nur schleppend geöffnet wurde. Eine Rolle spielte dabei auch die gesunkene Nachfrage aus China, wo der Konsum lahmt und der Autoverkehr immer stärker auf Elektroantriebe umgestellt wird. Der Preis für die Sorte Brent lag bei rund 73 US-Dollar pro Barrel, ein Minus von 20,8 Prozent. Auch das Krisenmetall Gold litt, 11,7 Prozent weniger waren es. Der Markt schien die Marke von 4000 US-Dollar pro Feinunze testen zu wollen. Bei den Währungen befestigte sich der US-Dollar gegenüber dem Euro. Plus 2,1 Prozent war das Ergebnis. Kryptowährungen standen weiter unter Druck. Bitcoin, auf Eurobasis, gab um 18,6 Prozent nach.
Kein Wunder, dass die Liste der in Europa gehandelten ETPs, also Notes und Fonds, von inversen Produkten dominiert wurde. Mit ihnen setzten Anlegende auf fallende Kurse und konnten je nach Hebel bis zu 100 Prozent gewinnen. Bei den klassischen ETFs führten Halbleiter-Fonds die Gewinnerliste an, die rund 14 Prozent zulegten. Ebenso gut ging es für Themen wie Biotech und Gesundheit nach oben. Zudem waren amerikanische Banken-ETFs mit rund zwölf Prozent gut im Rennen.
Alles, was mit Kryptowährungen zu tun hat, gern als Digital Assets umschrieben, war nicht gefragt. Verluste von bis zu 40 Prozent mussten hingenommen werden. Damit verbundene Techniken wie Blockchain ließen entsprechende ETFs um 16 Prozent fallen. Für klassische Goldminen-ETFs gab es Verluste bis 14 Prozent. Auch Energietitel mit Ölabdeckung litten, ebenfalls bis minus 14 Prozent.
Anlageklassen
Das Nettomittelaufkommen für die Aktien zog um 30,02 Milliarden Euro an, für die Anleihen waren es 7,5 Milliarden. Aus den Rohstoffen wurden 1,2 Milliarden Euro abgezogen, während der Geldmarkt mit Flows von 666,8 Millionen Euro profitierte.
- 2,409
- Die Aktien führten mit einem Plus von 2,6 Prozent – auf 2,409 Billionen Euro.
- 536,2
- Die Anleihen folgten mit einem Plus von 2,3 Prozent auf aktuell 536,2 Milliarden Euro.
- 186,6
- Die Rohstoffe mussten ordentlich Federn lassen: -10,9 % auf 186,6 Milliarden Euro.
- 44,9
- Der Geldmarkt konnte sich nur leicht verbessern: plus 1,9 % auf 44,9 Milliarden Euro.
Nettomittelabflüsse
Verlierer waren Standardaktien der Eurozone, die 1,4 Milliarden Euro Flows verloren. Für Rohstoffe mit Bezug zu Edelmetallen waren es 863,1 Millionen weniger. Energieaktien mussten auf 833,8 Millionen Euro verzichten. Kurzlaufende Euroanleihen waren nach der jüngsten Zinsanhebung der EZB nicht gefragt: minus 575,2 Millionen Euro. Für US-Valueaktien betrug der Abschlag 535,5 Millionen Euro.
Nettomittelzuflüsse
Die Gewinnerliste der einzelnen Anlagekategorien führten globale Standardaktien an. Ihre Flows erhöhten sich um 14,2 Milliarden Euro. Gefolgt wurden sie von US-Standardaktien mit rund zehn Milliarden Euro. An dritter Stelle rangierten Anleihen außerhalb der Standardindizes mit plus 1,9 Milliarden Euro. Da sich Tech-Aktien spürbar verbilligt hatten, griffen Anlegende antizyklisch zu. Für 1,8 Milliarden Euro wurde in diesem Sektor eingekauft. Auch US-Wachstumsaktien waren gefragt. Frische Gelder von 1,6 Milliarden Euro kamen ihnen zugute.
