ETF-Monitor | Steigende Zinsen machen Sorgen
Rauf, runter, rauf – die Aktienmärkte schienen jeden Monat die Richtung zu wechseln. Sägezahnmarkt wird das in der Charttechnik genannt. Aber wenigstens geht es meist stärker rauf als runter, so dass seit Jahresbeginn Gewinne dominieren.
Im September war wieder abwärts angesagt. Nur der Nasdaq Composite mit 1,9 Prozent und der Nikkei 225 mit 0,7 Prozent notierten im Plus. Beim S&P 500 ging es 0,5 Prozent runter, der MSCI Emerging Markets verlor 0,8 Prozent. Aber beim EURO STOXX 50 waren es schon 2,4 und beim DAX 4,0 Prozent. Während sich der S&P ja noch einigermaßen halten konnte, sackte der Dow Jones gleich um 4,3 Prozent ab. Das wird damit erklärt, dass in diesem Index stärker zinssensible Branchen vertreten sind.
- 3,396
- Bei den AuM gab es immerhin ein leichtes Plus von 0,8 % auf 3,396 Billionen Euro.
- 3.717
- Die Zahl der gehandelten Produkte korrigierte leicht, um 0,8 % auf 3.717.
Und damit haben wir auch einen der großen Unsicherheitsfaktoren: die Zinsentwicklung. Die Fed hob zum ersten Mal seit 2023 die Leitzinsen wieder an, um die Inflation zu dämpfen. Die EZB hat die Pause schon im Juni beendet und im September die Zinsen zum zweiten Mal angehoben. Außer der Inflation bereitet in einigen Staaten wie den USA und Frankreich auch die hohe Staatsverschuldung Sorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang im September um 50 Basispunkte auf 5,3 Prozent hoch.
Die höheren Zinsen in den USA ließen den Euro gegenüber dem Dollar zur Schwäche neigen: ein Minus von 2,5 Prozent. Auch Gold war negativ betroffen und gab 6,3 Prozent für die Feinunze ab. Rohstoffe korrigierten weiter. Der S&P Base Metal verlor 6,9 Prozent. Nur der Ölpreis zog wegen der Auseinandersetzungen in Nahost wieder deutlich an, um 14,4 Prozent für die Sorte Brent.
Diese Entwicklungen wirkten sich auf den europäischen Markt für Exchange Traded Products (ETP), also Fonds und Notes, deutlich aus. An der Spitze notierten Kryptowährungen, die ihre Erholung fortsetzten und ungehebelt fast 30 Prozent schafften. Bei traditionellen Fonds waren es im Bereich Öl und Energie Gewinne von rund 18 Prozent. Gut liefen ETFs mit Halbleiterbezug, plus 13 Prozent. Da nahmen sich gehebelte Nasdaq-Fonds mit rund acht Prozent noch bescheiden aus. Von der starken Halbleiternachfrage profitierte bei den Länderfonds vor allem Taiwan. Um rund sieben Prozent ging es nach oben.
Auf der Verliererseite machten sich zunächst europäische MidCap-Fonds bemerkbar. MDAX-Fonds zum Beispiel verloren rund sechs Prozent. Hinzu kamen ETFs mit Edelmetallbezug, die bis sieben Prozent abgaben. In dieser Größenordnung verloren auch europäische Immobilienfonds.
- 2,553
- Die Aktien schafften noch ein leichtes Plus von 1,3 Prozent auf 2,553 Billionen Euro.
- 554,3
- Anleihen nahezu unverändert mit 0,1 Prozent mehr und 554,3 Milliarden Euro.
- 207,3
- Rohstoffe gaben um 4,4 Prozent auf 207,3 Milliarden ab.
- 49,2
- Der Geldmarkt profitierte – für ihn ging es um 2,9 Prozent auf 49,2 Milliarden Euro nach oben.
Anlageklassen
Schwächere Kurse veranlassen Investierende häufig aufzustocken. So stiegen die Flows im September, nicht so stark wie in den Vormonaten, aber sie waren positiv. Die Aktien attrahierten 25,5 Milliarden Euro, die Anleihen 7,1 Milliarden und die Rohstoffe rund drei Milliarden. Auch der Geldmarkt war gut mit dabei. 1,2 Milliarden Euro flossen ihm per saldo neu zu.
Nettomittelabflüsse
Verlierer waren Aktien des Finanzsektors, ein Minus von 1,1 Milliarden Euro. 811,4 Millionen Euro verloren US Small Caps. Auf Euro lautende Hochzinsanleihen wurden zu 638,6 Millionen Euro abgestoßen. Energierohstoffe verloren 604,8 Millionen Euro. Versorgeraktien litten mit einem Minus von 301,4 Millionen Euro.
Nettomittelzuflüsse
Heruntergebrochen auf Anlagekategorien profitierten die globalen Standardaktien mit 12,9 Milliarden Euro. Edelmetallprodukte wurden antizyklisch gekauft und um 3,1 Milliarden Euro aufgestockt. US-Standardaktien profitierten mit 2,8 Milliarden, europäische Standardaktien mit 1,6 Milliarden Euro. Globale Dividenden-Aktien waren gefragt. Um 1,4 Milliarden Euro ging es aufwärts.
