ETF-Monitor | Waffenstillstand und Kursraketen
April, April macht bekanntlich, was er will. Und wenn es im Iran-Krieg zu einem vorläufigen Waffenstillstand kommt, dann reicht das schon für eine kräftige Kurserholung. Die Märkte im April feierten, als wären alle Probleme gelöst.
An der Spitze lag der Nikkei 225 mit 16,1 Prozent, gefolgt vom Nasdaq Composite mit 15,3 Prozent. Die zuvor arg gebeutelten Emerging Markets schossen 14,5 Prozent nach oben. Für den breiten S&P 500 lautete das eindrucksvolle Ergebnis 10,4 Prozent. In Europa war die Begeisterung nicht ganz so groß. Der DAX legte 7,1 Prozent zu, der EURO STOXX 50 brachte 5,6 Prozent auf die Waage. Ähnlich – mit 5,7 Prozent – reagierte auch der Shanghai Composite.
- 3,009
- Die AuM knackten, mit einem Plus von 7,2 Prozent die Marke von drei Bio. Euro.
- 3.589
- Die Zahl der gehandelten Produkte legte um 1,2 Prozent auf 3.589 zu.
Bei den Rohstoffen feierten die Metallaktien mit. Der S&P Global Base Metal verbesserte sich um 5,9 Prozent. Doch der ersehnte Rückgang des Ölpreises hielt sich in Grenzen. Die Sorte Brent fiel nur um 3,7 Prozent und notierte am Monatsende immer noch bei 114 US-Dollar pro Fass. Das Krisenmetall Gold blieb ebenfalls auf hohem Niveau, es gab nur 1,1 Prozent ab. Auch der Dollar ließ sich von der Begeisterung der Aktienmärkte nicht anstecken. Er verlor gegenüber dem Euro 1,5 Prozent.
Auf dem Markt für Exchange Traded Products (ETP) – mit Fonds und Notes – wurde ebenfalls gejubelt, vor allem mit ausgewählten gehebelten Produkten. Gewinne von 300 Prozent und mehr waren drin. Ungehebelt lagen ETFs auf Halbleiterfirmen ganz vorne. Sie verbesserten sich um rund 36 Prozent. Südkorea-Fonds hielten mit, ein Plus von 35 Prozent. Für Taiwan-Fonds waren es rund 26 Prozent. Für weitere Tech-Fonds wie Blockchain und Battery Solutions gab es ein Plus von 20 Prozent.
Nur rund ein Viertel der ETPs notierte mit Verlusten. Mal abgesehen von invers gehebelten Produkten hielten sich die Rückgänge jedoch in Grenzen. Amerikanische Energietitel verloren rund fünf Prozent, ebenso Goldminenwerte. Auch viele Kryptowährungen waren auf der Verliererseite, obwohl Bitcoins eine Erholung versuchten.
Anlageklassen
Die Begeisterung über den Waffenstillstand wirkte auch beim Nettomittelaufkommen, bei den Flows. Den Aktien flossen 29,2 Milliarden Euro frisches Geld zu. Für die Anleihen gab es 7,8 Milliarden Euro, 2,6 Milliarden für die Rohstoffe. Der Geldmarkt zog 427,8 Millionen Euro an.
- 2,211
- Die Aktien überragten alles. 9,4 Prozent auf 2,211 Billionen Euro ging es aufwärts.
- 518,6
- Die Anleihen begnügten sich mit 1,6 Prozent auf 518,6 Milliarden Euro.
- 209
- Für die Rohstoffe war es nur ein Plus von 0,6 Prozent auf 209 Milliarden Euro.
- 42,2
- Für den Geldmarkt ging es um 1,1 Prozent auf 42,2 Milliarden Euro nach oben.
Nettomittelabflüsse
Die Verliererseite wurde von Medizinaktien angeführt. Sie verloren Mittel in Höhe von 860,9 Millionen Euro. Auch für Standardaktien der Eurozone ging es abwärts. Die Verluste betrugen 789,6 Millionen Euro. Vorsicht herrschte bei chinesischen Aktien, ein Minus von 531,2 Millionen Euro. Breite Rohstoffkörbe wurden abgebaut, minus 470,1 Millionen Euro. Schließlich wurde der Finanzsektor gemieden. 447,1 Millionen weniger war das Ergebnis.
Nettomittelzuflüsse
Gemessen an den Anlagekategorien waren vor allem Globale Standardaktien gefragt. Ihnen flossen 12,1 Milliarden Euro zu. Trotz aller Begeisterung gab es offenbar immer noch ein hohes Sicherheitsbedürfnis. So profitierten die Rohstoffe mit Edelmetallen mit rund 2,7 Milliarden Euro. Gefragt waren US-Wachstumsaktien, was diesen 2,6 Milliarden Euro mehr bescherte. Für Aktien außerhalb der großen Indizes blieben immerhin 2,5 Milliarden Euro Anlagemittel übrig. 2,2 Milliarden Euro waren es für Tech-Aktien.
